Deutschland Campinplätze und Campingschätze

Vier Wochen mit dem Zelt durch Deutschland und Dänemark waren der Plan; das Wetter zwang uns zum ein oder anderen Pensionsaufenthalt und zu einer verkürzten Reise. Unter den Campinplätzen für Zelt, Bulli, Wohnmobil und Caravan waren aber trotzdem große und kleine Schätze.

Bergoase

Campingplatz mit Bergpanorama in Sebnitz, Sächsische Schweiz. Stromanschluss (gegen Bezahlung), Küchenhäuschen, Waschmaschine. Zwischen Wäldern und Feldern gelegen.

Unser Campingplatz in der Sächsischen Schweiz im letzten Abendlicht

Bei der Planung unserer Deutschlandtour merkten wir schnell: Ganz so spontan können wir hier im August nicht unterwegs sein, wie das z.B. auf dem Balkan oder in Frankreich und Spanien der Fall war. Von mehreren Campingplätzern erhielten wir bereits im Vorfeld Absagen, oftmals konnte uns nur noch das letzte oder vorletzte Plätzchen für unser Zelt zugeteilt werden – mit dem Auto auf der anderen Seite des Platzes. Und so war es auch hier der Fall.

Jedoch war das kein Wunder bei der Lage: Herrlicher Blick auf Berge und hunderte Jahre alte Bäume, ca. 30 Autominuten von der Basteibrücke im Elbsandsteingebirge und der Schlucht Hrensko im Nationalpark Tschechische Schweiz. Umgeben von Feldwegen, die zum Spazierengehen und Durchatmen einladen.

Und hier stießen wir zum ersten mal auf ein Problem, das wir vorher so aus Süd- und Südosteuropa nicht kannten: Kälte in der Nacht. Ging es bei uns bisher eher darum, alle Zelteingänge offen zu lassen und diese mit einem extra Mückennetz vor nächtlichen Besuchern abzudichten, kamen wir in der Sächsischen Schweiz und auch bei weiteren Stops in Deutschland im August an unsere untere Schlafsackgrenze von 7° C. Da half dann morgens oft nur ein Sprint zum Waschhäuschen und eine heiße Dusche.

Neben Platz für Zelte, Caravane, Campingbusse etc. gab es auf dem familiären und trotzdem sehr professionellen Campinplatz mit freundlicher Rezeption auch noch Wohnungen und Schlaflager zu mieten.

Die Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz

Zelten am Ostgraben

Zeltplatz unter Bäumen direkt am Fließ in Burg/Spreewald; nur für Zelt und Campingbus. Brötchenservice, Gemeinschaftskühlschränke, Strom gegen Bezahlung (und nicht auf der Zeltwiese), kein WiFi.

Morgensonne und der erste Kaffee im Spreewald

Getreu unserem üblichen Motto haben wir auch hier unser Zelt wieder unter Bäumen am Wasser aufgestellt, sodass wir uns direkt auf unsere Entdeckungstour durch das Wasserlabyrinth machen konnten. Das dazu nötige Kajak wurde uns, nach einem Anruf bei einer Leihfirma, die ihre Infotafel am Eingang des Zeltplatzes hatte, direkt ans Zelt gebracht und dort auch wieder abgeholt.

Die großen Freiflächen des Zeltplatzes und der Spielplatz waren ein Traum für Familien, aber auch Paare fanden ein ruhiges Eckchen für ihre Zelte, genauso wie die Schwalben, die ihren Nachwuchs direkt über den Außenspülbecken aufzogen.

Bei den Waschanlagen kommen Ostalgiker auf ihre Kosten: Gemeinschaftsduschen bei den Herren, geflieste Trennwände bei den Damen.

Unser Zelt bestand hier, nach drei Jahren, auch seinen ersten richtigen Wettertest: Nächtliches Gewitter mit Blitz, Donner, Sturm und Starkregen. Wir blieben jedoch trocken und wurden dafür am kommenden Tag mit herrlichen Sonnenauf- und untergängen belohnt. Sonst flüchteten wir uns bei Unwettern (oder auch Erdbeben) oftmals ins Auto, das hier aber außerhalb des Zeltplatzes, der komplett autofrei gehalten wird, parkte. Angebotene Handwägen halfen uns jedoch dabei unsre Campinkisten vom/zum Auto zu transportieren.

Sonnenuntergang am Fließ im Spreewald

Camping am Oberuckersee

In Terrassenstufen angelegter Campinplatz mit eigenem Zugang zum Oberuckersee. Für Naturliebhaber, aber mit allen Annehmlichkeiten, die ein Campingplatz bieten kann, inkl. Waschmaschine und Trockner, sowie Fahrradverleih.

Unser Stellplatz am Oberuckersee, Brandenburg

So wie wir uns in die Uckermark verliebt haben, haben wir uns auch in diesen Campingplatz verliebt: Mitten im Wald gelegen, terrassenförmig angelegt, nur jeweils ein paar Schritte vom Oberuckersee entfernt. Die Terrassen erlauben jedem eine grandiose Aussicht und ein wenig Privatsphäre, der Gang zu den bestens ausgestatteten Sanitärhäuschen brachte uns jedes mal ein Minisportprogramm den Hügel hinauf.

Die Rezeption war extrem freundlich, bestens informiert und gut sortiert und so gabs für uns neben sauberer und trockener Wäsche und geliehenen Fahrrädern gleich noch eine schöne Tourenbeschreibung: über das brandenburgische Kopfsteinpflaster und durch Wiesen und Felder zu einem Hügelgrab aus der Bronzezeit, durch kleine Ortschaften an Cafés und Hofläden vorbei (wo wir uns gleich mit Proviant und Tomatensamen füs nächste Jahr ausstatteten) und schließlich ein kleines Stück direkt am See entlang.

Wir haben bisher auf jedem unserer Urlaube einen Campingplätz in einer Gegend gefunden, auf den wir gerne einmal eine ganze Woche oder länger zurückkehren würden (Camping in Albanien und in Südfrankreich) – in Deutschland wars dieser. Und so blieben wir auch spontan etwas länger.

Der Oberuckersee bei Sonnenuntergang

Bibertours Naturcampingplatz C24

Waldcampingplatz ohne Parzellen direkt am Labussee in Diemitz, Mecklenburgische Seenplatte. Sehr einfach und naturverbunden mit großem Kanuverleih und mit Essen ausgestatteter Rezeption.

Verlesene Stunden in der Hängematte an der Mecklenburgischen Seenplatte

Wir blieben uns treu: Ein Platz unter Bäumen am Wasser – in Deutschland lässt sich das recht gut durchhalten. So hatten wir auf diesem entspannten Naturcampingplatz erneut Seeblick und genügend Auswahl an Bäumen für unsere geliebte Hängematte. Leider beschloss der deutsche Sommer jedoch spätetens hier uns zu zeigen, was er kann: Nächtliche Temperaturen um die 7 Grad, die uns morgens zwangen unseren Kaffee durchgefroren im Vorzelt zu kochen, abendlicher starker Wind vom See, der uns bereits gegen 20 Uhr ins Zelt zwang.

Und was bei einem Wohnmobil oder einem Großzelt kein Problem ist, ist es bei einem flachen Tunnelzelt schon, da man die gesamte Zeltzeit in der Waagrechten verbringen muss. Im Hitzesommer 2018 wären wir wohl froh um jedes Lüftchen gewesen, 2019 hätten ein paar Grad mehr nicht geschadet.

Und ohne es geplant zu haben, wurde dieser Campingplatz der letzte unserer Reise; den Rest Deutschlands erkundetet wir anschließend in Ferienwohnungen und auf Dänemark freuen wir uns in einem anderen Jahr.

Morgenkaffee im Zelteingang, Mecklenburgische Seenplatte

Insgesamt stellten wir fest:

Hängemattenzweisamkeit

In keinem Urlaub fiel es uns bisher so leicht so naturbelassene und wassernahe Campingplätze wie in Deutschland zu finden. Wer Wälder, Felder, Seen und Flüsse mag, der kommt voll auf seine Kosten. – Aber: Auf keinem unserer Campingplätze in Deutschland konnten dir das Auto am Zelt parken, was einerseits ein wenig Schutz geboten, uns aber auch viel Getrage erspart hätte. Strom und WiFi, die im Ausland oft automatisch mit dabei waren, waren in Deutschland meist nur gegen Bezahlung oder gar nicht verfügbar. Und auch die Sanitärhäuschen waren zum Teil stark in die Jahre gekommen.

Unsere Reiseroute für den Roadtrip durch Nordostdeutschland

Deutschlandkarte

Unsere Route für den dreiwöchigen Roadtrip durch Nordostdeutschland

Auch in diesem Jahr möchten wir unseren Sommerurlaub im August mit Zelt und Auto verbringen. Während wir uns in den letzten Jahren auf den Süden Europas konzentriert haben – Roadtrip Balkan und Roadtrip bis ans Südwest-Ende Europas – soll es diesmal in den Norden gehen. Und da von München aus ein Großteil Deutschlands im Norden liegt, beschließen wir unseren Campingtrip durch Nordostdeutschland und Dänemark zu machen.

Bevor wir allerdings zu unserem ersten Ziel, der sächsischen und böhmischen Schweiz mit Elbsandsteingebirge aufbrechen, wird noch ein Geburtstag in St. Peter am Wimberg im Mühlenviertel in Oberösterreich gefeiert und wir stellen fest, dass auch dorthin nochmal eine ausgiebige Reise führen sollte. Über Pilsen gelangen wir zu unserem ersten geplanten Halt.

Paddel-Selfie im SpreewaldKajaktour durch den Spreewald

Unsere zweite Etappe bringt uns in den Spreewald. Unterwegs versuchen wir den Braunkohletagebau zu besichtigen; leider führen alle Wegweiser zu Besichtigungsspots ins Nichts. Und was in Tschechien begann, setzt sich in Sachsen fort: die größte Baustellendichte, die wir auf Europas Straßen bisher erlebt haben. Somit kommen wir beinahe ebenso langsam voran wie auf den Schotterpisten und Flickenteppichen des Balkans.

Dass Brandenburgs Kopfsteinpflaster in Sachen Abenteuer mindestens mit den Feldwegen Albaniens mithalten kann, lernen wir als wir unseren Roadtrip Richtung Uckermark fortsetzen. Weite Strecken der Landstraßen sind mit großem Kopfsteinpflaster versehen, was die automatische Luftdruckmessung unseres Autos in den Wahnsinn treibt. Wir werden beständig aufgefordert den Reifendruck zu messen und Luft nachzufüllen. Erst die Autobahnfahrt nach Stettin in Polen wird Abhilfe schaffen.

Abgestellte Fahrräder in der Uckermark Fahrradtour durch die Uckermark

In die Uckermark verlieben wir uns und wir bleiben länger als geplant (warum wir unser Herz an die Uckermark verloren haben). Auch die darauffolgenden Etappe – die Mecklenburgische Seenplatte – ist deswegen weniger aufregend, wenn auch nicht weniger schön. Das Wetter schwingt um, es regnet viel und die Temperaturen sinken nachts unter 8° Celsius. Eigentlich kein Problem, hätten wir nicht die Sommerschlafsäcke dabei gehabt. Wir fahren nach Stralsund und müssen für den Rest dieses Sommers der Zeit im Zelt Ade sagen.

Ostsee mit Möwe und SchiffOstsee mit Möwe und Schiff

Von Stralsund aus machen wir Tagesausflüge nach Rügen und in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Über die Hansestädte Rostock, Wismar und Lübeck fahren wir an die Nordseeküste und verbringen stürmische und sonnige Stunden im Wechsel in der Gegend rund um St.-Peter-Ording und Husum. Wir beschließen, dass auch an die Nordsee ein künftiger längerer Urlaub führen wird.

Leider ist im Norden keine Wetterbesserung in Sicht, während in München stabiles Hochsommerwetter lockt. Schweren Herzens verschieben wir den Dänemark-Teil dieses Roadtrips auf einen Roadtrip Dänemark und Schweden in die Zukunft und treten nach drei Wochen die verfrühte Heimreise an.

Unsere Tipps für euren Balkan Roadtrip

Egal ob mit Bulli, Caravan, Wohnwagen oder Auto und Zelt

Landstraße in Rumänien
Unser VW Golf in Siebenbürgen, Rumänien

Haltet die Etappen kurz: Manchmal braucht man für eine Strecke von 20 Kilometern eine Stunde. Plant nach einem anstrengenden Tag unterwegs mindestens ein bis zwei Tage zum Ausruhen ein.

Plant genügend Zeit für den Grenzübertritt ins nächste Land ein. So doof das klingt, aber es sollte unbedingt der Mann hinterm Steuer sitzen, wenn der Grenzbeamte sein „Dobrodosli“ ins Auto ruft. Frauen werden ignoriert oder das Auto gefilzt. Auch die Balkan-Heimaturlauber halten sich strikt an das Mann-am-Steuer-Gebot. Nach der Grenze kann ja wieder gewechselt werden.

Ihr seid Entdecker? Das sind wir auch! Aber Vorsicht: Viele Straßen, die auf Google Maps oder Straßenkarten befahrbar und gut ausgebaut aussehen sind es nicht. Sucht auf Youtube bzw. der Google Videosuche mit dem offiziellen Titel nach euren geplanten Straßen, man findet von beinahe jeder Route ein Video.

Führt bei euren Aktivitäten ausreichend Wasser mit. Der nächste geöffnete Supermarkt kann Stunden entfernt sein.

Grenzer interessieren sich weniger für eure Pässe, sondern viel mehr für eure Autopapiere, den TÜV (muss noch weitere sechs Monate gültig sein!) und die grüne Versicherungskarte.

Unsere Route für den Roadtrip über den Balkan

Route Roadtrip Balkan
Unsere Route für unseren vierwöchigen Balkan Roadtrip

Wie jedes Jahr campen wir im Sommer mit Auto und Zelt. Unsere vierwöchige Campingreise beginnt daher in München. Über Triest und durch Slovenien fahren wir nach Kroatien zum Nationalpark Plitvicer Seen und seinen unzähligen Wasserfällen. Unsere Route führt uns zurück an die dalmatische Küste zur berühmten Meeresorgel nach Zadar. In Kroatien ist die Dichte an Bullis am höchsten auf unserem Balkan Roadtrip; je weiter gen Süden wir kommen, desto häufiger treffen wir auf Zelte und Wohnmobile.

Selfie kurz vor der Grenze zu Bosnien-Herzegowina
Ein letztes Selfie in Kroatien, wenige Kilometer vor der Grenze zu Bosnien-Herzegowina

Die nächste Etappe beinhaltet Split, den Grenzübertritt nach Bosnien Herzegowina, die Gewöhnung an andere waghalsigere Fahrstile und die Ankunft in Mostar. Der Weg von Mostar nach Sarajevo ist eines unserer überraschenden Highlights in Bosnien. Wir sind die meiste Zeit entlang von Flüssen, in grünen Tälern, begrenzt durch schroffe Berge, unterwegs. Sarajevo ist jung und hip und sollte definitiv in eurer Balkanroute enthalten sein. Von Sarajevo aus geht es an der Grenze zu Montenegro zurück ans Meer, in die Bucht von Kotor.

Altstadtansicht Sarajevo
Blick auf die Altstadt Sarajevos bei Abendlicht

In Montenegro werden gerade große Teile der Küste zugebaut, der Verkehr schlängelt sich an einer Küstenstraße in Richtung Albanien. Wir sind froh, als wir Montenegro hinter uns gelassen haben und in Albanien bei Shkodra das Balkanfeeling nach Klischee beginnt: Pferdefuhrwerke, Ziegenherden, die quer durch de Stadt getrieben werden und eine sehr andere Mentalität. Unsere nächste Etappe in Albanien birgt einige Erkenntnisse: Landgasthöfe werden von den Einheimischen gemieden, Hochzeiten werden an Tankstellen zwischen den Tanksäulen gefeiert. Im Kreis Kavaja nehmen wir uns eine Auszeit vom Roadtrip und verbringen herrliche Tage am Meer. Von Albanien aus fahren wir nicht nach Griechenland, sondern nach Nordmazedonien (damals noch Mazedonien) an den Ohridsee.

Ein Boot fährt über den Ohridsee bei Gewitterstimmung
Ohridsee, Mazedonien

Wir sind vor den Autobahnen bzw. dem Fahrstil auf den Autobahnen in Nordmazedonien gewarnt worden und schlagen den Weg nach Skopje über ruhige Landstraßen durch den Mavrovo-Nationalpark ein. Die Strecke nach Timisoara in Rumänien von dort ist uns an einem Tag zu weit, also legen wir einen Stopp in Jagodina, Serbien ein. Serbien durchqueren wir rasch von Süd nach Nord, es ist nur Durchreiseland für uns. Eine alternative Route durch Bulgarien haben wir verworfen, da uns die Zeit fehlt. Mit zwei Wochen mehr, wären auch Serbien und Bulgarien eingehend von uns bereist worden.

Von Timisoara fahren wir ins Landesinnere nach Hermannstadt bzw. Sibiu in Siebenbürgen. Die Autobahn dorthin ist in weiten Teilen fertig und bietet ein angenehmes Fahrgefühl. Noch vor einigen Jahren zierten überraschende, tiefe Schlaglöcher die Landstraßen in Rumänien, Autobahnen gab es nicht. Hermannstadt ist unser östlichster Punkt der Reise und als wir es in Richtung Westen nach Belgrad verlassen, begreifen wir, dass der Roadtrip dieses Sommers seinem Ende entgegengeht. In Belgrad verleben wir einen sonnendurchfluteten Abend; unbeschwert und leicht. Nicht ahnend, was der nächste Tag bringen wird: Die EU sichert ihre Außengrenzen. Aus einer Fahrt von sieben Stunden werden dreizehn wegen sinnlosem Rumgestehe an der serbisch-kroatischen und der kroatisch-slowenischen Grenze. In unsere Pässe wird nicht wirklich hineingeschaut, interessanter sind unsere Autopapiere: Es ist für die Grenzer unvorstellbar und verdächtig, dass Deutsche nur einen VW Golf fahren.

Belgrad im Abendlicht
Belgrad im Abendlicht

Wegen schlechten Wetters fahren wir ohne die geplanten Stopps in Zagreb und Ljubljana nach Italien, um den Roadtrip mit ein paar Strandtagen ausklingen zu lassen.

Wie ihr bemerkt habt, haben wir uns größtenteils auf dem westlichen Balkan bewegt. Für eine Gesamtbalkantour empfehlen wir 6-8 Wochen Zeit einzuplanen.

Zu Infos zu den Campingplätzen und Campingschätzen.

Infos zu Grenzübertritten, Routen- und Reiseplanung findet ihr in unserem Beitrag Unsere Tipps für euren Balkan Roadtrip.

Balkan Campingplätze und Campingschätze

Vier Wochen und neun Länder; mit Auto und Zelt – ohne Bulli, ohne Wohnwagen oder Wohnmobil – machen wir uns im Sommer 2018 auf um zu Vagabundieren. Und zu zweit vagabundiert sichs gleich am allerbesten.

Camp Borje

Großer Campingplatz in der Nähe der Plitvicer Seen, Kroatien; teilw. Strom und WiFi an den Waschhäusern, keine Reservierung nötig

Auto, Tisch und Zelt am Campingplatz in Kroatien
Abendessenvorbereitungen, Plitvicer Seen, Kroatien

Das Camp Borje ist einer der offiziellen Campingplätze der Parkverwaltung des Nationalparks Plitvicer Seen und v.a. groß, grün, sauber und mit viel altem Baumbestand.

Wir machten es uns zu Beginn unseres Trips am höchsten Punkt der Hügellandschaft am hinteren Ende des Campingplatzes gemütlich, wo viel Platz für uns und unsere Hängematte war und wir freien Blick auf Wiese und Wald hatten. Dorthin kommt man zum Zelten, Wohnmobile sieht man beispielsweise kaum, Bullis vereinzelt.

Nach kurzer Zeit beantworte sich auch unsere Frage, woher der übergroße Wunsch der jugendlichen Camper und Camperinnen nach Körperhygiene und sauberem Geschirr kam: Das WiFi reicht nur bis zu den Wasch- und Spülhäusern.

Bis zum Parkeingang der Plitvicer Seen sind es ca. 15 Minuten mit dem Auto. Zweimal täglich gehen Shuttles hin und zurück.

Blick ins blaugrüne Wasser der Plitvicer Seen in Kroatien
Plitvicer Seen, Kroatien

Camp Dido

Kleiner feiner Campingplatz in Bibinje, wenige Kilometer von Zadar und der berühmten Meeresorgel, Kroatien; inkl. Strom und WiFi

Schwimmtiere im Morgenlicht in der kroatischen Adria
Schwimmtiere im Morgenlicht in der kroatischen Adria

Didos Campingplatz ist ein langer schmaler Grünstreifen, der direkt zum Meer führt. Auf jeder Seite hat ca. ein Wohnwagen Platz, dazwischen führt der Weg von hohen und schattenspendenden Bäumen gesäumt direkt zum eigenen Meerzugang.

Der Campingplatz mit einem kleinen Dusch-, Toiletten- und Küchencontainer ist ein Gewusel aus Erwachsenen und Kindern, mehrwöchigen Feriencampern und Mehrtagesgästen wie uns.

Ohne Voranmeldung und während der Hochsaison bekamen wir ein kleines schattiges Plätzchen für uns, Auto, Zelt, Tisch und zwei Stühle. Genug also um glücklich und erfrischt vom kristallklaren Meer zu dösen und am Morgen früh und noch fast allein der Meeresorgel von Zadar zu lauschen.

Platz in der Innenstadt von Zadar.
Zadar, Kroatien

River Camp – Half Island

Camping am Fluss Buna in der Nähe von Mostar und Blagaj, Bosnien Herzegowina; inkl. Strom, WiFi und Waschmaschine

Die 8°C kalte Buna im Abendlicht
Die 8°C kalte Buna im Abendlicht

Begrüßt wurden wir von der Mutter des Besitzers Gaga mit einem Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und Bosnisch. Tatsächlich verstanden haben wir kaum was – ein Plätzchen mit Strom fand sich dennoch für uns; genauso wie eine Waschmaschine und viele lange Leinen zum Trocknen.

Am liebsten mögen wir Campingplätze, die naturbelassen und am Wasser sind, mit grünen Wiesen und Zugang zu Meer, See oder Fluss. Auch ist uns im Zelt wichtig, dass wir unser Auto und unsere gesamte Ausrüstung direkt bei uns haben können. – All das fanden wir dort.

Gagas relativ neuer Campingplatz ist in einem winzigen Dorf direkt an der Buna gelegen, die von Bäumen beschattet ist. Der Rest des Platzes besteht aus grünem Rasen unter sengender Sonne (die gepflanzten Bäumchen sind noch sehr jung) und einem kleinen Waschhäuschen. Nur wenige Kilometer entfernt liegen Mostar und Blagaj.

Unser absoluter Höhepunkt: Ein verdöster Tag am campingplatzeigenen Flusszugang und kurze Erfrischungen im 8 Grad kalten Wasser!

Derwischkloster bei Blagaj vor der Felswand
Derwischkloster bei Bagaj, Bosnien-Herzegowina

Autocamp Naluka

ADAC-Campingplatz in der Bucht von Kotor, Montenegro; teilw. Strom und inkl. WiFi

Unser Zelt unter Limettenbäumen in der Bucht von Kotor.
Unser Zelt unter Limettenbäumen in der Bucht von Kotor

Unser Zelt stand umgeben von Grün, das Auto parkte gut 20 Meter entfernt neben der Rezeption. Etwas weiter hinten am Campingplatz gibt es jedoch auch größere Parzellen direkt am Wasser mit Bäumen wie gemacht für Hängematten.

Untypisch für einen ADAC-Campingplatz, die sonst oft kleinen Urlaubsdörfern ähneln, war dieser recht einfach und somit genau der richtige Ort für uns. Der nur wenige Meter entfernte Strand jedoch entsprach voll und ganz dem Klischee eines Strands an der Adria zur Hochsaison: Voll, laut und mit im Wasser schwimmenden Erdnussflips.

Umso lieber zogen wir uns in den Schatten der Limonenbäume zurück, kochten vor unserem Zelt, tranken Wein und genossen es nicht am Strand zu sein.

Das nahegelegene Kotor war übrigens einen Tagesausflug wert, genauso wie der zur Mittagszeit schweißtreibende Aufstieg zur Burg.

Blick von der Burg auf die Bucht von Kotor
Blick von der Burg auf die Bucht von Kotor

Camping Legjenda

ADAC-Campingplatz mit perfekter Infrastruktur in Shkoder, Albanien; inkl. Strom, Waschmaschine und WiFi, Café, Restaurant, Tagesausflüge und Pool

Camping Pool bei Nacht
Kühles Nass auf Camping Legjenda, Albanien

Vieles hatten wir in Albanien erwartet, jedoch keinen Pool inmitten eines von Apfelbäumen gesäumten Campingplatzes, ein dazugehöriges Café, ein Restaurant, in dem wir eine Kleinigkeit essen wollten und wo wir dann doch mehrere Gänge verspeisten und so viel Ruhe, wie es der Straßenlärm außerhalb des Campingplatzes niemals vermuten hätte lassen.

Obwohl die Zeltplätze normalerweise im anliegenden Wäldchen liegen, durften wir in einer Parzelle für Wohnmobile nächtigen – und beschädigten dabei gleich mit unseren Heringen die vergrabenen Bewässerungsleitungen für die Apfelbäume, was uns einen Umzug und der Parzelle eine extra Bewässerung bescherte.

Und weil wir aus unseren Erfahrungen in Kotor lernten, machten wir uns hier bereits in den Morgenstunden an den Aufstieg zur Burg – und wurden mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Selfie mit Blick über Shkoder
Shkoder, Albanien

Kamping Pa Emer

Eine Oase der Ruhe direkt am Meer im Kreis Kavaje, Albanien; inkl. Strom und WiFi, das jedoch nur selten funktionierte

Steg zur Insel im Abendlicht
Sonnenuntergang an der albanischen Adria

Auf unseren meist einmonatigen Campingtrips erreichen wir oftmals nach ca. zwei Wochen einen Punkt, an dem uns der Sinn nach ein wenig Stillstand steht, nach verdösten Stunden in der Hängematte, Scrabble unter hohen Bäumen, einem Kaffee am Nachmittag und einer Wäscheleine, die länger als zwei Nächte hängt.

Einem Tip von Franziskas ehemaligem Chef folgend, nur mit ein paar Koordinaten im Gepäck, machten wir uns auf die Suche nach dem „kleinen Campingplatz mit dem besten Raki“. Gefunden haben wir einen mittlerweile gar nicht mehr so kleinen Campingplatz, eine Oase aus grünen Terrassen von hoch oben an der Küste bis runter zum Strand, einem Steg im Meer mit Restaurant am Ende, wilden Schildkröten und Schönheit an der sonst oft zubetonierten albanischen Küste.

Hier gingen wir mehrmals täglich im Meer baden, machten Bekanntschaft mit Quallen, tranken Wein und aßen mittelgute Pizza, die sonnenmüde und hungrig jedoch besser nicht hätte schmecken können. Auf dem abendlichen Heimweg über den Steg zurück zum Zelt erwarteten uns spektakuläre Sonnenuntergänge, ein sternenübersäter Himmel und dutzende von Sternschnuppen.

Abendliche Brotzeit
Abendliche Brotzeit

Camping Rino

Kleiner Campingplatz auf einem ehemaligen Parkplatz, direkt am Ohrid-See, und morgens bekommt man kostenlosen Kaffee direkt ans Zelt; inkl. WiFi und Restaurant.

Kaffeetassen vor dem Zelt
Kostenloser Morgenkaffee am Ohridsee

Kleine Restaurantterrasse, direkter Seezugang und kostenloser Kaffee am Morgen direkt ans Zelt – was wünscht man sich mehr? Der kleine quadratische Platz ist keine Schönheit, macht es jedoch durch seine Lage und seinen Service wett. Und wenn es nicht regnet, wie bei uns, sollte man die Gelegenheit für einen Sprung in den See nutzen.

Der Campingplatz ist übrigens der perfekte Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Ohrid, das man in ca. 30 Autominuten rund um den See erreicht.

Kirche Sveti Jovan bei Ohrid mit Blick auf den Ohridsee
Kirche Sveti Jovan, Ohridsee

Camping Ruza Vetrova

Kleiner Campingplatz über den Hügeln der Stadt Jagodina, Serbien
inkl. WiFi.

Spiegelselfie: Zähneputzen am Campingplatz
Campinghygiene

Eigentlich suchten wir nur einen Schlafplatz für die Nacht, nachdem wir uns nach einer Wanderung in Skopje viel zu spät auf den Weg gen Belgrad gemacht hatten und obwohl der Besitzer gerade abschließen wollte als wir spätabends ankamen, durften wir doch noch unser Zelt aufbauen.

Wir bekamen den Platz am höchsten Punkt des Hügels, weiter unten, beim Waschhaus, fühlte man sich wie in einem kleinen Dschungel zwischen Bäumen und Sträuchern. Schöner lässt es sich kaum Zähne putzen.

Die Stadt war fußläufig erreichbar und man traf jede Menge freundlicher Straßenhunde, die Franziska am liebsten alle adoptiert und im Kofferraum mitgenommen hätte.

Gelbe Türe in Jagodina
Jagodina, Serbien