Deutschland Campinplätze und Campingschätze

Vier Wochen mit dem Zelt durch Deutschland und Dänemark waren der Plan; das Wetter zwang uns zum ein oder anderen Pensionsaufenthalt und zu einer verkürzten Reise. Unter den Campinplätzen für Zelt, Bulli, Wohnmobil und Caravan waren aber trotzdem große und kleine Schätze.

Bergoase

Campingplatz mit Bergpanorama in Sebnitz, Sächsische Schweiz. Stromanschluss (gegen Bezahlung), Küchenhäuschen, Waschmaschine. Zwischen Wäldern und Feldern gelegen.

Unser Campingplatz in der Sächsischen Schweiz im letzten Abendlicht

Bei der Planung unserer Deutschlandtour merkten wir schnell: Ganz so spontan können wir hier im August nicht unterwegs sein, wie das z.B. auf dem Balkan oder in Frankreich und Spanien der Fall war. Von mehreren Campingplätzern erhielten wir bereits im Vorfeld Absagen, oftmals konnte uns nur noch das letzte oder vorletzte Plätzchen für unser Zelt zugeteilt werden – mit dem Auto auf der anderen Seite des Platzes. Und so war es auch hier der Fall.

Jedoch war das kein Wunder bei der Lage: Herrlicher Blick auf Berge und hunderte Jahre alte Bäume, ca. 30 Autominuten von der Basteibrücke im Elbsandsteingebirge und der Schlucht Hrensko im Nationalpark Tschechische Schweiz. Umgeben von Feldwegen, die zum Spazierengehen und Durchatmen einladen.

Und hier stießen wir zum ersten mal auf ein Problem, das wir vorher so aus Süd- und Südosteuropa nicht kannten: Kälte in der Nacht. Ging es bei uns bisher eher darum, alle Zelteingänge offen zu lassen und diese mit einem extra Mückennetz vor nächtlichen Besuchern abzudichten, kamen wir in der Sächsischen Schweiz und auch bei weiteren Stops in Deutschland im August an unsere untere Schlafsackgrenze von 7° C. Da half dann morgens oft nur ein Sprint zum Waschhäuschen und eine heiße Dusche.

Neben Platz für Zelte, Caravane, Campingbusse etc. gab es auf dem familiären und trotzdem sehr professionellen Campinplatz mit freundlicher Rezeption auch noch Wohnungen und Schlaflager zu mieten.

Die Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz

Zelten am Ostgraben

Zeltplatz unter Bäumen direkt am Fließ in Burg/Spreewald; nur für Zelt und Campingbus. Brötchenservice, Gemeinschaftskühlschränke, Strom gegen Bezahlung (und nicht auf der Zeltwiese), kein WiFi.

Morgensonne und der erste Kaffee im Spreewald

Getreu unserem üblichen Motto haben wir auch hier unser Zelt wieder unter Bäumen am Wasser aufgestellt, sodass wir uns direkt auf unsere Entdeckungstour durch das Wasserlabyrinth machen konnten. Das dazu nötige Kajak wurde uns, nach einem Anruf bei einer Leihfirma, die ihre Infotafel am Eingang des Zeltplatzes hatte, direkt ans Zelt gebracht und dort auch wieder abgeholt.

Die großen Freiflächen des Zeltplatzes und der Spielplatz waren ein Traum für Familien, aber auch Paare fanden ein ruhiges Eckchen für ihre Zelte, genauso wie die Schwalben, die ihren Nachwuchs direkt über den Außenspülbecken aufzogen.

Bei den Waschanlagen kommen Ostalgiker auf ihre Kosten: Gemeinschaftsduschen bei den Herren, geflieste Trennwände bei den Damen.

Unser Zelt bestand hier, nach drei Jahren, auch seinen ersten richtigen Wettertest: Nächtliches Gewitter mit Blitz, Donner, Sturm und Starkregen. Wir blieben jedoch trocken und wurden dafür am kommenden Tag mit herrlichen Sonnenauf- und untergängen belohnt. Sonst flüchteten wir uns bei Unwettern (oder auch Erdbeben) oftmals ins Auto, das hier aber außerhalb des Zeltplatzes, der komplett autofrei gehalten wird, parkte. Angebotene Handwägen halfen uns jedoch dabei unsre Campinkisten vom/zum Auto zu transportieren.

Sonnenuntergang am Fließ im Spreewald

Camping am Oberuckersee

In Terrassenstufen angelegter Campinplatz mit eigenem Zugang zum Oberuckersee. Für Naturliebhaber, aber mit allen Annehmlichkeiten, die ein Campingplatz bieten kann, inkl. Waschmaschine und Trockner, sowie Fahrradverleih.

Unser Stellplatz am Oberuckersee, Brandenburg

So wie wir uns in die Uckermark verliebt haben, haben wir uns auch in diesen Campingplatz verliebt: Mitten im Wald gelegen, terrassenförmig angelegt, nur jeweils ein paar Schritte vom Oberuckersee entfernt. Die Terrassen erlauben jedem eine grandiose Aussicht und ein wenig Privatsphäre, der Gang zu den bestens ausgestatteten Sanitärhäuschen brachte uns jedes mal ein Minisportprogramm den Hügel hinauf.

Die Rezeption war extrem freundlich, bestens informiert und gut sortiert und so gabs für uns neben sauberer und trockener Wäsche und geliehenen Fahrrädern gleich noch eine schöne Tourenbeschreibung: über das brandenburgische Kopfsteinpflaster und durch Wiesen und Felder zu einem Hügelgrab aus der Bronzezeit, durch kleine Ortschaften an Cafés und Hofläden vorbei (wo wir uns gleich mit Proviant und Tomatensamen füs nächste Jahr ausstatteten) und schließlich ein kleines Stück direkt am See entlang.

Wir haben bisher auf jedem unserer Urlaube einen Campingplätz in einer Gegend gefunden, auf den wir gerne einmal eine ganze Woche oder länger zurückkehren würden (Camping in Albanien und in Südfrankreich) – in Deutschland wars dieser. Und so blieben wir auch spontan etwas länger.

Der Oberuckersee bei Sonnenuntergang

Bibertours Naturcampingplatz C24

Waldcampingplatz ohne Parzellen direkt am Labussee in Diemitz, Mecklenburgische Seenplatte. Sehr einfach und naturverbunden mit großem Kanuverleih und mit Essen ausgestatteter Rezeption.

Verlesene Stunden in der Hängematte an der Mecklenburgischen Seenplatte

Wir blieben uns treu: Ein Platz unter Bäumen am Wasser – in Deutschland lässt sich das recht gut durchhalten. So hatten wir auf diesem entspannten Naturcampingplatz erneut Seeblick und genügend Auswahl an Bäumen für unsere geliebte Hängematte. Leider beschloss der deutsche Sommer jedoch spätetens hier uns zu zeigen, was er kann: Nächtliche Temperaturen um die 7 Grad, die uns morgens zwangen unseren Kaffee durchgefroren im Vorzelt zu kochen, abendlicher starker Wind vom See, der uns bereits gegen 20 Uhr ins Zelt zwang.

Und was bei einem Wohnmobil oder einem Großzelt kein Problem ist, ist es bei einem flachen Tunnelzelt schon, da man die gesamte Zeltzeit in der Waagrechten verbringen muss. Im Hitzesommer 2018 wären wir wohl froh um jedes Lüftchen gewesen, 2019 hätten ein paar Grad mehr nicht geschadet.

Und ohne es geplant zu haben, wurde dieser Campingplatz der letzte unserer Reise; den Rest Deutschlands erkundetet wir anschließend in Ferienwohnungen und auf Dänemark freuen wir uns in einem anderen Jahr.

Morgenkaffee im Zelteingang, Mecklenburgische Seenplatte

Insgesamt stellten wir fest:

Hängemattenzweisamkeit

In keinem Urlaub fiel es uns bisher so leicht so naturbelassene und wassernahe Campingplätze wie in Deutschland zu finden. Wer Wälder, Felder, Seen und Flüsse mag, der kommt voll auf seine Kosten. – Aber: Auf keinem unserer Campingplätze in Deutschland konnten dir das Auto am Zelt parken, was einerseits ein wenig Schutz geboten, uns aber auch viel Getrage erspart hätte. Strom und WiFi, die im Ausland oft automatisch mit dabei waren, waren in Deutschland meist nur gegen Bezahlung oder gar nicht verfügbar. Und auch die Sanitärhäuschen waren zum Teil stark in die Jahre gekommen.

Unsere Reiseroute für den Roadtrip durch Nordostdeutschland

Deutschlandkarte

Unsere Route für den dreiwöchigen Roadtrip durch Nordostdeutschland

Auch in diesem Jahr möchten wir unseren Sommerurlaub im August mit Zelt und Auto verbringen. Während wir uns in den letzten Jahren auf den Süden Europas konzentriert haben – Roadtrip Balkan und Roadtrip bis ans Südwest-Ende Europas – soll es diesmal in den Norden gehen. Und da von München aus ein Großteil Deutschlands im Norden liegt, beschließen wir unseren Campingtrip durch Nordostdeutschland und Dänemark zu machen.

Bevor wir allerdings zu unserem ersten Ziel, der sächsischen und böhmischen Schweiz mit Elbsandsteingebirge aufbrechen, wird noch ein Geburtstag in St. Peter am Wimberg im Mühlenviertel in Oberösterreich gefeiert und wir stellen fest, dass auch dorthin nochmal eine ausgiebige Reise führen sollte. Über Pilsen gelangen wir zu unserem ersten geplanten Halt.

Paddel-Selfie im SpreewaldKajaktour durch den Spreewald

Unsere zweite Etappe bringt uns in den Spreewald. Unterwegs versuchen wir den Braunkohletagebau zu besichtigen; leider führen alle Wegweiser zu Besichtigungsspots ins Nichts. Und was in Tschechien begann, setzt sich in Sachsen fort: die größte Baustellendichte, die wir auf Europas Straßen bisher erlebt haben. Somit kommen wir beinahe ebenso langsam voran wie auf den Schotterpisten und Flickenteppichen des Balkans.

Dass Brandenburgs Kopfsteinpflaster in Sachen Abenteuer mindestens mit den Feldwegen Albaniens mithalten kann, lernen wir als wir unseren Roadtrip Richtung Uckermark fortsetzen. Weite Strecken der Landstraßen sind mit großem Kopfsteinpflaster versehen, was die automatische Luftdruckmessung unseres Autos in den Wahnsinn treibt. Wir werden beständig aufgefordert den Reifendruck zu messen und Luft nachzufüllen. Erst die Autobahnfahrt nach Stettin in Polen wird Abhilfe schaffen.

Abgestellte Fahrräder in der Uckermark Fahrradtour durch die Uckermark

In die Uckermark verlieben wir uns und wir bleiben länger als geplant (warum wir unser Herz an die Uckermark verloren haben). Auch die darauffolgenden Etappe – die Mecklenburgische Seenplatte – ist deswegen weniger aufregend, wenn auch nicht weniger schön. Das Wetter schwingt um, es regnet viel und die Temperaturen sinken nachts unter 8° Celsius. Eigentlich kein Problem, hätten wir nicht die Sommerschlafsäcke dabei gehabt. Wir fahren nach Stralsund und müssen für den Rest dieses Sommers der Zeit im Zelt Ade sagen.

Ostsee mit Möwe und SchiffOstsee mit Möwe und Schiff

Von Stralsund aus machen wir Tagesausflüge nach Rügen und in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Über die Hansestädte Rostock, Wismar und Lübeck fahren wir an die Nordseeküste und verbringen stürmische und sonnige Stunden im Wechsel in der Gegend rund um St.-Peter-Ording und Husum. Wir beschließen, dass auch an die Nordsee ein künftiger längerer Urlaub führen wird.

Leider ist im Norden keine Wetterbesserung in Sicht, während in München stabiles Hochsommerwetter lockt. Schweren Herzens verschieben wir den Dänemark-Teil dieses Roadtrips auf einen Roadtrip Dänemark und Schweden in die Zukunft und treten nach drei Wochen die verfrühte Heimreise an.